In einer unglaublichen Masse von Graffitimagazinen ein gutes Mag herauszufischen, ist manchmal nicht so einfach. Es gibt aber ein paar Hefte, auf die man sich verlassen kann, bei denen Leute die Finger im Spiel haben, die sowohl gute Kontakte haben, die wissen wie man eine Kamera bedient, als auch die Skills, ein technisch und optisch gutes Druckerzeugnis zu produzieren. Ganz zu schweigen, von der wichtigsten Tatsache: Writer, die Style haben und ein hohes Maß an Ideenreichtum mitbringen. Das
Unpleasant Magazine ist eines dieser Mags, auf die man bauen kann! Ein Vorteil dürfte sein, dass die Jungs sich anscheinend nicht dem Zwang unterlegen, alle paar Monate eine Ausgabe kicken zu müssen und deshalb so lange guten Stuff sammeln können, bis eine Issue perfekt ist.
Gesagt, getan! Das
Unpleasant Magazine #3 hat sich die Rosinen aus dem Writermüsli herausgepickt und kommt mit einigen schönen Specials an den Start, die vor allem Maler featuren, deren Style nicht dem 08/15-Konzept entspricht und die darauf verzichten, einfach nur ihre Namen auf die Seite eines Eisenbahnwaggons zu schreiben.
Den Anfang macht der Berliner
Glock, dessen Style eine gewisse Originalität bewahrt hat und hier einige Sätze zu seiner Sichtweise spricht. Nicht minder interessant sind die Bilder von
Oahu. Seine Pieces stechen in der großen Masse der Trainwriter hervor, und das nicht nur wegen der Adaptionen vieler gelber Trickfilmfiguren. Anschluss finden doppelseitige Specials mit den
Blow-Kollegen, dem
5 Stages Projekt und
Grüße aus Skane, einer Region in Schweden.
Besonderes Highlight ist (für uns) das Interview mit
Blok Shok, einem Künstlerduo das im Rhein-Main-Gebiet schon aktiv war, bevor viele heutige Writer auf ihren Beinen standen. Richtungsweisend, nicht nur für die lokale Szene! Aber es soll nicht alles vorweg verraten werden. Wie schon anfangs erwähnt: auf das
Unpleasant ist Verlass.
72 Seiten, Text: englisch.
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